
Healing by Design
Evangelisches Diakoniekrankenhaus in Freiburg
Um den wachsenden Anforderungen an die medizinische und pflegerische Versorgung gerecht werden, wurde das Evangelische Diakoniekrankenhaus um einen Erweiterungsbau ergänzt. Der neue Flügel schafft eine Umgebung, die den Heilungsprozesss optimal unterstützt.











Kontinuierlich steigende Patient:innenzahlen sowie die damit verbundenen funktionalen und räumlichen Engpässe hatten die Grenzen des Evangelischen Diakoniekrankenhauses in Freiburg über Jahre belastet. Besonders die Notaufnahme und die Geburtshilfe stießen an ihre Kapazitätsgrenzen. Hinzu kam erheblicher Sanierungsbedarf im Bestand, der sich bei laufendem Klinikbetrieb nur mit geeigneten Ausweichflächen im Haus bewältigen lässt. Daher startete das Krankenhaus anlässlich seines 125-jährigen Bestehens im Juli 2023 das größte Bauprojekt seiner Geschichte.
Typus „Windmühle“
Die Baukörper des 1980 errichteten Krankenhauses ordnen sich um einen zentralen Erschließungskern im Typus einer Windmühle an. Der Erweiterungsbau greift diese Struktur auf und führt sie konsequent weiter – mit einer teilweise abgewinkelten Geometrie, die auf die städtebaulichen Gegebenheiten des Grundstücks reagiert und sich präzise in das bestehende Klinikgelände einfügt. Die Fassade knüpft an den Bestand an: Eine hinterlüftete Vorhangfassade mit großformatigen zementgebundenen Platten und pulverbeschichteten Aluminiumfensterelementen mit Dreifachverglasung erzeugt ein homogenes Gesamtbild des Campus. Durch die neue Vorfahrt, die Gestaltung der Außenanlagen und die Positionierung der Cafeteria entsteht zudem eine aktivere Schnittstelle zum öffentlichen Raum.
Der Erweiterungsbau zeigt, wie anspruchsvoller Gesundheitsbau heute gedacht werden muss: funktional, wirtschaftlich, nutzerorientiert und zugleich mit hoher Aufenthaltsqualität.
Nicole Oberberger
Geschäftsführerin in Karlsruhe
Smartes Raumprogramm
In der medizinischen Versorgung zählt jede Minute: Das Raumprogramm des „Flügel 4“ trägt dem konsequent Rechnung: mit einer funktionalen Gliederung über sechs Geschosse, die Notfallversorgung, Geburtshilfe und stationäre Pflege als medizinische Kernprozesse in den Mittelpunkt stellt. Kurze Wege zwischen den einzelnen Bereichen, eine konsequente Zonierung in öffentliche, halböffentliche und interne Bereiche sowie eine klare Trennung der Patient:innenströme gewährleisten eine schnellstmögliche Versorgung.
Healing Environment
Die architektonische Leitidee folgt dem Ansatz des Healing Environment: eine Umgebung zu schaffen, die aktiv den Genesungsprozess unterstützt und das körperliche sowie seelische Wohlbefinden der Patient:innen stärkt. Gut strukturierte und flexible Grundrisse, ein durchdachtes Licht- und Farbkonzept sowie hochwertige Materialien schaffen eine heilungsfördernde Atmosphäre. Das Gebäude ist außerdem durchgehend barrierefrei erschlossen – ein Grundprinzip, das Aufenthaltsqualität für alle Nutzer:innengruppen sicherstellt.
Bauen im laufenden Betrieb
Der Erweiterungsbau entstand im laufenden Krankenhausbetrieb, eine der zentralen planerischen Herausforderungen des Projekts, die über die gesamte Bauzeit eine enge Abstimmung aller Beteiligten erforderte. Der Stahlbeton-Skelettbau ist zudem so konzipiert, dass künftige Erweiterungen oder Umnutzungen ohne größere bauliche Eingriffe möglich sind. Damit kann das Gebäude leicht auf veränderte medizinische Anforderungen reagieren.
- Auftraggeber
Evangelisches Diakoniekrankenhaus Freiburg
- Ort
Freiburg im Breisgau, DE
- Baubeginn
07/2023
- Fertigstellung
07/2026
- Bruttogeschossfläche
6.800 m²
- Bruttorauminhalt
27.100 m³
- Leistungen
Architektur, Objektüberwachung