
Jugendstil trifft Industrial Chic
Eröffnung des historischen Warehouse 22 im Rijeka Gateway Terminal
Vom historischen Hafenspeicher zum hochmodernen Verwaltungszentrum: In enger integraler Zusammenarbeit entwickelte ATP das Warehouse 22 unter strengen denkmalpflegerischen Vorgaben zu einem zeitgemäßen Bürogebäude mit hoher seismischer Sicherheit. Der Innenraum spannt den Bogen zwischen industrieller Ästhetik und der Jugendstilarchitektur des Bestands.
Mit dem Rijeka Gateway Terminal wurde im Hafen von Rijeka eines der größten und modernsten Containerterminals der Adria realisiert. Teil dieses bedeutenden Infrastrukturprojekts ist das historische Warehouse 22, das von ATP architekten ingenieure als zentrales Haupt- und Verwaltungsgebäude des Terminals revitalisiert und umgenutzt wurde.
Die Fertigstellung sowie der Betriebsstart wurden Ende Oktober mit einem großen Eröffnungsevent gefeiert. Mehr als 300 Gäste, darunter der kroatische Premierminister Andrej Plenković, der Minister für Meer, Verkehr und Infrastruktur, Oleg Butković, und der dänische Außenminister Lars Løkke Rasmussen sowie Vertreter:innen von APM Terminal und der ENNA-Group, nahmen teil.
Kontrast als gestalterisches Prinzip
Das architektonische Konzept basiert auf dem bewussten Zusammenspiel von historischem Bestand und zeitgenössischer Nutzung. Das denkmalgeschützte Warehouse 22 wurde unter strengen denkmalpflegerischen Vorgaben zu einem modernen Bürogebäude weiterentwickelt, wobei die qualitätsvolle Industriearchitektur des Bestands bewusst erhalten blieb. Prägende Elemente des Jugendstilbaus – insbesondere die markante Stahlbetonkonstruktion – sind im Inneren weiterhin erlebbar. Die sichtbar geführte Haustechnik unterstreicht den industriellen Charakter des Verwaltungsgebäudes.


Wir folgten dem Prinzip des Kontrasts: Durch den Einsatz zeitgenössischer Materialien haben wir uns bewusst von den bestehenden, restaurierten Gebäudeteilen abgesetzt und so eine eklektische Ästhetik geschaffen.
Dario Travaš
Geschäftsführer von ATP architekten ingneieure Zagreb
Ein weiterer Schwerpunkt des Projekts lag auf der seismischen Ertüchtigung des Bestands. Ziel war es, das Gebäude so zu verstärken, dass es künftig Erdbeben der Erdbebenzone 9 sicher standhalten kann, ohne den denkmalpflegerischen Wert zu beeinträchtigen. Grundlage dafür bildete eine umfassende Bestandsanalyse, die historische Recherchen, materialtechnische Untersuchungen sowie modellbasierte Simulationen umfasste. Die daraus abgeleiteten Maßnahmen wurden in enger integraler Zusammenarbeit entwickelt und BIM-basiert geplant. Architektur, Tragwerksplanung und Gebäudetechnik konnten so präzise aufeinander abgestimmt werden, wodurch Eingriffe in die bestehende Struktur gezielt minimiert wurden.
Weitere Informationen zum Tragwerkskonzept finden Sie in unserem Blog.
