Die Schlüsselrolle der TGA

Egal was sie entwickeln, planen, montieren, steuern oder regeln: Die Arbeit von TGA-Ingenieur:innen steht immer in Wechselwirkung zu uns Menschen und zur gebauten Welt

von Thomas Hueber, Daniel Abfalter und Peter Oberhuber, HKLS Innsbruck

Die Verantwortung, die unsere TGA-Heros im Zuge des ATP Green Deal einnehmen, ist enorm – der Hebel, den sie in Hinblick auf die Nachhaltigkeit eines Gebäudes in der Hand haben aber auch.

Der schönste Job der Welt
„In deinem Beruf steckt mehr Potential als in meinem!“ Klare Worte des damaligen Schwiegervaters, die Thomas Hueber überzeugten, nicht das familiäre Juweliergeschäft zu übernehmen, sondern einer Karriere als Gebäudetechniker nachzugehen. Seiner eigentlichen Leidenschaft. Thomas Hueber ist einer, der die Verantwortung der Baubranche gegenüber Mensch und Umwelt nicht fürchtet. Im Gegenteil! Vor über 30 Jahren hat der Südtiroler in einem kleinen Betrieb in Meran eine Lehre zum Installateur gemacht. Dass er schon in so jungen Jahren als Bauleiter seinen älteren Kolleg:innen Anweisungen geben sollte, empfand er solange als Herausforderung, bis sie ihn überzeugt hatten: Sie wollten genau da sein, wo sie waren. Dies war Anstoß für ihn, sich selbst nach dem „Was will ich erreichen“ zu fragen und schließlich seiner Sehnsucht nachzugehen, gute, nachhaltige Gebäude zu bauen. Er eignete sich Auto-Cad an und wechselte nach einem prägenden NLP-Coaching, dem Bau eines Badezimmers für den Präsidenten in Äquatorialguinea und einem kurzen Intermezzo als Verkäufer vom TGA-Fachbüro in die Planung.

„Für den schönsten Job der Welt muss man vor allem eines: wohlwollend sein. Den Rest kann man lernen“. Thomas Hueber

Arbeiten auf Augenhöhe
Als Selbstständiger hatte er schon früh Berührungspunkte mit der Integralen Planung – dass es bei ATP aber nicht den Architekten, sondern nur das Team gibt, empfindet er als große Erleichterung.

„Man schätzt sich gegenseitig und lernt wesentlich schneller, unterschiedliche Perspektiven einzunehmen – für den anderen mitzudenke“, wie es sein Kollege, GRL Daniel Abfalter formuliert.

Er sei froh, dass er diese klassische Abgrenzung zwischen Architekt:in und Ingenieur:in, wie er sie aus früheren Tätigkeiten kennt, in dem Sinn bei ATP nicht gibt und er diese Energie und Zeit im integralen Team für den gemeinsamen Projekterfolgt aufwenden kann. Und diese brauche es vor der Drohkulisse, dass die durch den Gebäudebau und -betrieb verursachten CO2-Emissionen weiter ansteigen, auch so dringend wie nie.

Ein Hebel für die Klimaneutralität
Als Südtiroler hatte es Thomas Hueber schon immer mit höheren Energiepreisen zu tun – er kommt aus der Passivhausbewegung – Ölheizung hat er seit 25 Jahren keine mehr eingebaut, wie er berichtet. Sein alternativer Zugang zu Energiekonzepten ist davon geprägt und wird auch von den Bauherren sehr geschätzt. Er selbst sieht sich in der Nachhaltigkeitsbewegung als kleines Zahnrad: „Wenn ich mich in der Ökobilanz ein bisschen verändere, dann müssen sich die anderen auch ändern“, ist er überzeugt. „Wo kann ich mehr Menschen beeinflussen, Energie zu sparen, als durch nachhaltige Planungskonzepte?“. Der Wirkungskreis ist tatsächlich enorm. Dieser Hebel motiviert. Und das Ergebnis dieser Motivation spricht für sich – etwa am Beispiel des Projektes bei Ceratizit in Krecklmoos.

„Was ist schöner, als Erfolg in seiner Tätigkeit zu haben? Zu sehen, dass man etwas bewirken kann?“ Thomas Hueber

Dies scheint möglich, wenn man in einem Unternehmen arbeiten kann, das die Leute dazu inspiriert, in ihren verschiedenen Positionen zur klaren Vision des ATP Green Deal beizutragen. Auch Daniel Abfalter ist überzeugt: Nachhaltigkeit definiert sich in erster Linie über die Haltung. „Gerade bei jungen Kolleg:innen spürt man sehr, dass sie genau wissen, dass sie nach Schule oder Studium noch nicht fertig sind. Sie haben die Sehnsucht, eine Gesamtkompetenz zu erlangen. Und wir haben das Glück, dass man bei ATP das auch will – wir wollen das Wissen auch zum TGA-Ingenieur bringen“, berichtet Daniel Abfalter, der auch Sustainability Manager in Innsbruck ist.

„Dass wir nun für jedes Projekt eine klimaneutrale Idealvariante entwickeln, ist eine große Chance für uns, mutig und groß zu denken und auch eine gewisse Routine für das Nachhaltige Planen und Bauen zu entwickeln. Es ist klar, dass wir am Ende eine Realvariante haben werden, aber eben eine, die sich vom Ideal ableitet. Und das ist ein entscheidender Vorteil.“ Daniel Abfalter

Ein Ringen um die besten Talente
Wer so viel Einfluss hat, ist auch gefragt. Die Ausbildung zum TGA-Ingenieur sei eine Jobgarantie, ist Daniel Abfalter überzeugt. Er selbst ist in den Beruf mehr oder weniger hineingestolpert. Auch wenn es damals vielleicht keine bewusste Entscheidung war, für ihn war es die richtige: „Als TGA-Ingenieur bei ATP habe ich das große Glück, hautnah zu erleben, wie ein Projekt entsteht. Da entstehen Verbindungen, Freundschaften – die kann dir keiner nehmen.

Der nicht-akademische Karriereweg von der HTL zum Projektleiter sei in Österreich nicht ungewöhnlich, weiß GRL Peter Oberhuber, der als gelernter Maschinenbauer bei ATP inzwischen mehrere Generationen an Ingenieur:innen auf ihren ganz individuellen Entwicklungspfaden begleitet und im richtigen Maß gefordert und gefördert hat. Über viele Jahre hat er sich viel Mühe gegeben, junge Kolleg:innen zu hochqualifizierten Fachleuten auszubilden. Daniel Abfalter ist einer von ihnen. Inzwischen führt er seine eigene Gruppe und macht sich zusammen mit Peter Oberhuber schon jetzt Gedanken, wer die nächste Generation hervorbringen könnte. Dieses Engagement sei auch notwendig – allein schon aus demografischen Gründen. Wenn die älteren „Heros“ abdanken, muss dort schon die nächste Generation in der Lage sein, hochkomplexe Projekte zu stemmen.

„Derzeit gibt es nur eine Handvoll an Maturant:innen an der HTL Jenbach – und auch an den deutschen Hochschulen stehen die Firmen bereits im 1. Semester bei den Studierenden Schlange. Deshalb investieren wir bei ATP Innsbruck sehr viel Zeit und Energie in ausgezeichnete Beziehungen zu den Ausbildungsstätten“, sagt Peter Oberhuber.

Sogar in einen eigenen dualen Studienlehrgang „Smart Building Technologies“ am Management Center Innsbruck (MCI). Außerdem machen Peter Oberhuber und Daniel Abfalter zusammen mit noch jüngeren Kolleg:innen, 3D-Brillen und viel Begeisterung im Gepäck an bis zu fünf oder sechs Veranstaltungen im Jahr an der HTL Jenbach erlebbar, was es bedeutet, als TGA-Ingenieur:in bei ATP einen Beitrag für eine besser gebaute Welt leisten zu können. Auch Thomas arbeitet sehr gerne mit den „Jungen“ wie er sagt, zusammen. Wissen zu teilen, sei ein Geschenk, das er gerne mache, sagt Thomas. Er ist überzeugt, die Jungen müsse man fördern, ihre Ideen hören, ihrer Begeisterung mehr Raum geben als steilen Hierarchien. Eine Einbahnstraße sieht Thomas in seiner Funktion als ihr Mentor im Übrigen nicht. Auch er habe viel von seinen Schützlingen gelernt.

Seinen Ausgleich findet er beim Paragleiten. Eine Hass-Liebe – wie er erzählt, denn das Fliegen sei für ihn Meditation. „Ich bin ein sehr verwurzelter Mensch. Oben in der Luft sagt alles in meinem Körper – was tust du da, der Mensch gehört doch auf den Boden. Dabei bin ich dann so konzentriert, dass mein Kopf dann bei der Landung völlig frei ist, und ich mich mit voller Energie wieder dem schönsten Job der Welt widmen kann.

    Thomas Hueber. Foto: ATP/Rauschmeir
    Thomas Hueber. Foto: ATP/Rauschmeir

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