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Ausbildung im Schaufenster

WKO – Center of Excellence

Mit dem „Center of Excellence“ entstand für die WKO Steiermark ein neuer Bildungshotspot der Zukunft. Der Neubau ersetzt die in die Jahre gekommenen Werkstätten des WIFI und bündelt unterschiedliche Ausbildungsbereiche in einer zeitgemäßen Infrastruktur. Unser Entwurf ging 2017 aus einem offenen, zweistufigen Realisierungswettbewerb als Sieger hervor.

Der neue Bildungshotspot in Graz
Auf rund 14.200 m² Bruttogeschossfläche entstand ein kompakter Bildungsbau, der praktische und theoretische Ausbildungsformate räumlich eng miteinander verknüpft. Im Center of Excellence werden unter anderem Schweißtechnik, Elektrotechnik, Mechatronik sowie Klima-, Energie- und Gebäudetechnik vermittelt – Kompetenzen, die insbesondere im Kontext der Energiewende zunehmend an Bedeutung gewinnen. Das Gebäude versteht sich dabei nicht nur als Ausbildungsort, sondern als integraler Bestandteil des Lernprozesses, in dem die Technik selbst zum Gegenstand der Ausbildung wird.

Wir verfügen jetzt über Österreichs modernstes Berufsausbildungszentrum, um die heimische Wirtschaft mit den besten Fachkräften zu versorgen.

Markus Kohlmeier

WIFI-Kurator bei der Eröffnung Ende 2025

Werkstätten und Wissen unter einem Dach
Die architektonische Konzeption basiert auf einer präzisen funktionalen Gliederung, die sich aus den Anforderungen der unterschiedlichen Ausbildungsbereiche ableitet.
Eine hochflexible, großzügig dimensionierte Werkstattplatte bildet die Basis des Gebäudes. Hier sind jene Bereiche verortet, die große Raumhöhen, hohe Nutzlasten und direkte Anlieferungsmöglichkeiten erfordern. Die Organisation folgt funktionalen Abläufen und ermöglicht eine effiziente Nutzung der Flächen. Entlang der Fassade zur Grabenstraße werden die Werkstätten bewusst nach außen geöffnet und als „Schaufenster“ inszeniert.

Der darüberliegende, scheinbar „schwebende“ Baukörper nimmt die theoretischen und spezialisierten Ausbildungsbereiche auf. Er bildet das Pendant zur offenen Werkstattzone und ist als eigenständiges Volumen ablesbar. Diese vertikale Stapelung erlaubt eine klare Trennung zwischen lärmintensiven Werkstätten und ruhigeren Lernumgebungen, während gleichzeitig kurze Wege und eine enge Verzahnung der Funktionen gewährleistet bleiben.

Fassade mit Ausstellungscharakter
Die Fassadengestaltung folgt konsequent dem Leitgedanken, den Kernprozess der Ausbildung auch nach außen hin sichtbar zu machen. Insbesondere die Werkstätten werden durch großzügige Verglasungen zur Straße hin geöffnet und als „Schaufenster“ inszeniert. Die Ausbildungsprozesse werden damit Teil des Stadtraums und treten in direkten Dialog mit der Öffentlichkeit.
In den oberen Geschossen wird dieses Prinzip differenziert weitergeführt. Eine rhythmisch gegliederte Glas-Metall-Fassade verbindet offene und geschlossene Elemente und reagiert auf die jeweiligen Anforderungen der Nutzung. Während transparente Bereiche Tageslicht und Ausblicke ermöglichen, übernehmen opake Elemente Funktionen wie Sonnenschutz und thermische Optimierung.

So wie sich die technische Affinität des Bildungshauses in der Fassade aus Metall, Glas und Holz manifestiert, so kann man die unterschiedlichen Werk- und Lehrinhalte in den großzügigen „Ausstellungsformaten” der Sockelfassade erkennen.

Paul Ohnmacht

Head of Design in Innsbruck

TGA zum Herzeigen
Die Technische Gebäudeausrüstung ist nicht nur hocheffizient und ressourcenschonend, sondern bleibt auch bewusst sichtbar. Technikräume, Versorgungsschächte, Lüftungs- und Heizungstechnik im Untergeschoss und am Dach sowie die Photovoltaikanlage auf dem Dach werden als Praxisbeispiele auch für Ausbildungszwecke genutzt. Das Gebäude wird damit selbst zum didaktischen Instrument und vermittelt technische Zusammenhänge direkt am gebauten System.

Bereits die Gebäudehülle trägt wesentlich zur energetischen Performance bei. Die hocheffiziente Fassadenkonstruktion in Kombination mit einem hohen Glasflächenanteil optimiert die passiven Solargewinne im Winter und reduziert die Heizlast. Gleichzeitig sorgen Lichthöfe für eine intensive Tageslichtnutzung in den Werkstätten und minimieren den Bedarf an künstlicher Beleuchtung. Die daraus resultierende Reduktion interner Wärmelasten, ergänzt durch ein außenliegendes Verschattungssystem, führt zu einer insgesamt geringen Kühllast im Sommer.

Die thermische Versorgung wird über das bestehende Fernwärmenetz sichergestellt. Zusätzlich macht das Energiekonzept mit Geothermie (60 Erdwärmesonden und Wärmepumpen) den Betrieb besonders ressourcenschonend und klimafreundlich.

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