Kultur und Führung
Zugehörigkeit ist kein Zufall: Wie ATP „Ankommen“ gestaltet
Ein Interview mit Yujin Lee, Learning & Development, über die Frage, was ein Unternehmen zusammenhält, wenn es in mehreren Ländern zuhause ist – und warum das Thema bei ATP Führungssache ist.
Jedes Unternehmen, das an mehreren Orten zugleich präsent ist, stellt sich früher oder später dieselbe Frage: Wie bleibt man ein Ganzes? Bei ATP, mit Standorten in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Polen, Kroatien und Ungarn, ist diese Frage kein abstraktes Kulturthema, sondern eine, die sich an jedem einzelnen ersten Arbeitstag neu entscheidet. Yujin Lee verantwortet bei ATP den Bereich Learning & Development und kümmert sich damit zusammen mit Emanuel Moosburger, Lead Culture and Integration, um die Frage, wie neue Kolleg:innen Teil des Unternehmens werden. Im Interview erklärt sie, warum Ankommen für ATP eine strategische Aufgabe ist – und keine, die man allein der Führungskraft überlässt.
Onboarding gilt oft als operatives HR-Thema. Warum siehst du es strategisch?
Yujin Lee: Weil es genau dort ansetzt, wo es für ein Unternehmen mit vielen Standorten am schwierigsten wird: an der Frage, was uns eigentlich zusammenhält. ATP ist an über zehn Standorten in mehreren Ländern präsent. Fachlich lässt sich das gut organisieren, jedes Team funktioniert für sich. Identität und Zugehörigkeit entstehen aber nicht automatisch mit. Wenn man das dem Zufall überlässt, bekommt man mit der Zeit viele gute einzelne Büros – aber kein gemeinsames Unternehmen mehr. Deshalb ist das eine Führungs- und eben keine Verwaltungsaufgabe.

Kultur zeigt sich darin, wie ernst wir jeden einzelnen Menschen von Tag eins annehmen. Zugehörigkeit ist deshalb keine Nebensache, die man sich in guten Jahren leistet. Was wir brauchen ist eine Grundlage, auf die man sich in jeder Phase verlassen können muss.
Emanuel Moosburger
Culture & Integration
ATP Holding
Wie sieht das bei ATP konkret aus?
Yujin Lee: Wir haben das bewusst in mehreren Ebenen aufgebaut, die zusammenwirken müssen. Das Onboarding-Programm gibt in den ersten Wochen den fachlichen und organisatorischen Rahmen: Prozesse, Tools, das eigene Team. Parallel werden die neuen Mitarbeiter:innen von ihren jeweiligen Buddys am Standort begleitet. Jede und jeder Neue bekommt für die ersten Monate eine erfahrene Kolleg:in an die Seite, bei der auch die Fragen Platz haben, die man sonst nirgends stellt. Und mit dem Welcome Day holen wir alle neuen Kolleg:innen, unabhängig vom Standort, einmal zusammen, um den größeren Zusammenhang zu zeigen: wer wir als Unternehmen sind und wohin wir wollen. Erst im Zusammenspiel dieser drei Ebenen wird aus einem neuen Job tatsächlich eine neue Zugehörigkeit.
Was heißt „Ankommen“ für dich in diesem größeren Sinn?
Yujin Lee: Es geht über den Schreibtisch und die ersten Namen im Team hinaus. Ankommen bedeutet zu verstehen, wo man in einem größeren Ganzen steht: Woher kommt dieses Unternehmen, welche Haltung trägt es, wohin will es sich entwickeln. Das sind Fragen, die sich neue Kolleg:innen in den ersten Wochen ohnehin stellen, meistens aber leise für sich. Unsere Aufgabe ist, ihnen früh eine ehrliche Antwort zu geben, statt sie das selbst zusammensuchen zu lassen.
ATP setzt beim Einstieg bewusst auf direkten Austausch mit den Entscheider:innen der ATP-Gruppe. Was ist die Überlegung dahinter?
Yujin Lee: Dass unser CEO Albert Achammer sich und die Unternehmensstrategie „nach vorne bauen 2029+“ persönlich vorstellt und Fragen dazu zulässt, dass Andreas Rieser, Geschäftsführer in Nürnberg und Präsident der ATP-Partnerschaft, erklärt, was unsere Eigentümer:innenstruktur konkret bedeutet, oder, dass unser Lead Culture and Integration Emanuel Moosburger die Entstehungsgeschichte von ATP selbst erzählt – das ist ein bewusstes Signal. Wenn Entscheider:innen auf allen Ebenen von Tag eins an ansprechbar sind, lernen neue Kolleg:innen etwas über unsere Kultur, noch bevor irgendjemand das Wort „Kultur“ ausspricht.
Man kann Werte in ein Leitbild schreiben. Ob sie stimmen, zeigt sich auch daran, wie viel Zugang man den Menschen tatsächlich gibt, die gerade erst dazugekommen sind.
Yujin Lee
Learning & Development
ATP Holding
Wie hält man das über so viele Standorte hinweg konsistent?
Yujin Lee: Indem man es absichtlich klein hält, unabhängig von der Unternehmensgröße. Wir bringen bewusst kleine Runden aus unterschiedlichen Standorten zusammen, um Nähe zu ermöglichen. Größe und Zugehörigkeit stehen sich nicht automatisch im Weg. Sie tun es nur, wenn man Zugehörigkeit nicht mitdenkt. Ein Format wie unser Welcome Day für neue Kolleg:innen ist dafür ein Baustein, aber der eigentliche Punkt ist die Haltung dahinter, nicht das Format selbst.
Wohin geht die Reise von hier aus?
Yujin Lee: Neue Kolleg:innen sollen nicht nur wissen, welchem Team sie beigetreten sind, sondern welchem Unternehmen. Das ist die Latte, an der wir uns messen – unabhängig davon, wie sich das Umfeld entwickelt.
Wann kommst du an?
Bei ATP suchen wir keine gewöhnlichen Architekt:innen und Ingenieur:innen. Wir suchen jene, die in der verantwortungsvollen Gestaltung von RAUM ein Abenteuer sehen. Die Mutigen. Die Neugierigen. Die Kreativen. Die aus Begeisterung und Ambition gemeinsam mit uns eine neue Baukultur prägen und nachhaltig Spuren in der gebauten Welt hinterlassen. Jemanden wie dich?
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